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Schimmelpilze – ein Gesundheitsrisiko? Teil 1

Schimmel, nicht nur unschön, sondern auch gesundheitsgefährdend. Die Ursachen sind vielfältig, von Bau- oder Sanierungsmängeln bis zum unzureichenden Umgang mit dem Lüften und Heizen der Wohnung. Das Hauptproblem: eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit. Sie bietet beste Bedingungen für die Ausbreitung und Vermehrung von Schimmelsporen. Im ersten Teil dieser Serie erfahren Sie daher zuerst, was Schimmel ist, wie er entsteht und welche Auswirkungen er auf die Gesundheit haben kann.

Was ist Schimmel genau?

Als Schimmel wird eine Gruppe aus gleichen bzw. zu ein und derselben Art gehörenden, Pilzen bezeichnet. Sie sind zu Beginn mikroskopisch winzig und werden für das menschliche Auge erst ab einer gewissen Größe bzw. einem gewissen Wachstumsgrad deutlich sichtbar. Dies kann sich in Form eines schwarzen, weißen, gelben, grünen oder blauen Flaums bemerkbar machen.

Wie entsteht Schimmel und welche Flächen sind anfällig?

Die Schimmelpilze sind bereits überall in unserer Umgebung vorhanden und gehören zu unserem natürlichen Lebensraum dazu. Erst bei einer dauerhaft übermäßigen Feuchtigkeit fängt der Prozess eines Schimmelkeimwachstums an. Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 60 % oder nicht aufgewischte Kondensfeuchtigkeit auf Fensterbrettern reicht dazu schon aus.

Schimmelwachstum beginnt mit einer Schimmelspore und 60 % Luftfeuchtigkeit

Flächen mit organischen Materialien bilden dabei geeignete Nährböden. Das können beispielsweise Tapeten, Holzflächen, Plastikflächen, Silikonfugen oder Gummidichtungen sein. Es fängt alles aufgrund einer einzigen Schimmelpilzspore an und breitet sich in Verbindung mit Feuchtigkeit in einer fädigen Struktur exponentiell in alle Richtungen aus. Weshalb schon nach einer kurzen Zeit eine recht große Fläche vom Schimmelpilz befallen sein kann. Bezüglich der Temperatur sind Schimmelpilze nicht besonders wählerisch. Sie können von 0 °C bis 60 °C problemlos überleben, fühlen sich aber vor allem bei 15 °C bis 30 °C sehr wohl.

Muffiger Geruch als Anzeichen

Der Schimmel fällt nicht immer gleich auf, wird aber ab einem gewissen Zeitpunkt als unangenehmer Geruch wahrgenommen. Meistens versteckt er sich dann an jenen Orten der Wohnung, wo nicht ausreichend Luft zirkuliert, es feucht und kalt oder warm ist. Das kann hinter Schränken, Sofas, Verkleidungen, Vorhängen oder auch unter Fußbodenbelägen sein. Schlecht gedämmte Raumecken und Fenster oder dünne Außenwände sind genauso anfällig für Schimmelpilze wie Fugen im Bad oder Gummidichtungen an Fenstern.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen haben Schimmelpilze auf den Menschen?

Dass Schimmelpilze eine nicht ganz ungefährliche Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit nehmen können, ist bereits in epidemiologischen Studien untersucht worden. Vor allem stehen Belastungen der Atemwege und Allergien in diesem Zusammenhang. Hält sich ein Mensch zu lange in schimmelbefallenen Wohnungen auf und atmet viele Schimmelsporen über einen längeren Zeitraum ein, können sich reizende und toxische Wirkungen im Körper zeigen. Symptome und Erkrankungen, die durch Schimmelpilzsporen auftreten können, sich aber nicht zwingend bei jedem Menschen zeigen müssen, da jeder Körper anders reagiert, wären beispielsweise:

  • Allergien, Niesen, Husten, Schnupfen
  • Atemwegserkrankungen, Asthma, Bronchitis
  • gereizte Augen, Hautausschläge wie Neurodermitis
  • Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
  • Magen-Darm-Probleme

Fazit

Schimmelpilze gehören zu unserer natürlichen Umwelt dazu, weshalb das Immunsystem eines gesunden Körpers im Normalfall schnell jegliche Schimmelpilzsporen und andere Mikroorganismen effektiv bekämpft ohne, dass es uns auffällt. Wird aber eine viel zu große Anzahl an Pilzsporen eingeatmet, kann von einer Gesundheitsgefahr ausgegangen werden, wie das Umweltbundesamt bekannt gibt.

Der Schimmel in Wohnungsinnenräumen stellt somit stets ein hygienisches Problem dar, welches unverzüglich zu beseitigen ist.

Welche Gründe für den Schimmel verantwortlich sind und wie er am besten vorgebeugt und beseitigt werden kann erfahren Sie in unserem zweiten und abschließenden Teil dieser Serie.

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